Gemeindebrief
Andacht über ein neu erschienenes Buch (aus dem Gemeindebrief März/April/Mai)
Liebe Gemeinde,
Übergänge können schön sein. Manche sind im Januar voll Zuversicht ins neue Jahr gestartet. Andere sind eher ängstlich und fragen sich, was wohl aus der Welt und dem eigenen Leben werden wird. Bei Übergängen sind Gefühle oft zwiespältig: Manche möchten lieber keine Veränderungen - andere sehnen Neues dringend herbei.
Von der deutschen Schriftstellerin Helga Schubert ist Ende vorigen Jahres ein Buch erschienen mit etwa vierzig Geschichten, die alle von Übergängen erzählen: Von Geburten und Sterbefällen, von Umzügen oder einem Berufswechsel, von Reisen oder neuen Lebensformen, die bewältigt werden müssen.
Helga Schubert, heute 86 Jahre alt, war in der DDR Psychotherapeutin und wurde erst mit achtzig Jahren bekannt. Sie gewann den Ingeborg-Bachmann-Literaturpreis. Seitdem hat sie eine Reihe von Büchern veröffentlicht, die ihre Lebenserfahrung zeigen, ihre klare, treffende Sprache und die Wärme, die sie ihren Mitmenschen gegenüber empfindet.
Gleich im Vorwort schreibt Frau Schubert, welche Erfahrung sie mitbringt beim Schreiben ihrer Geschichten. Da heißt es: „Es gibt immer einen Ausweg in eine Rettung, es gibt immer einen Übergang in eine vorher unsichtbare, unvorstellbare Lösung“ - Ein Satz voller Hoffnung. Wer diese Hoffnung hat, geht etwas aufrechter durchs Leben. Weil man vor Augen hat, dass auch Unbekanntes und Fremdes zu etwas Gutem führen wird. In den Anhängen unseres Gesangbuchs heißt es in einem Lied:
„Weiß ich den Weg auch nicht, du weißt ihn wohl;
das macht die Seele still und friedevoll.“
Darauf vertraut die Schriftstellerin Helga Schubert, wenn sie von Menschen in Zeiten des Übergangs erzählt. Niemand kann immer alleine stehen, wir brauchen einen Halt. Festhalten kann man sich an Überzeugungen, an Menschen und - am Glauben.
Christus hat versprochen, dass er mit uns geht – durch schöne und durch schwere Tage. Als Jesus seine Jünger als sichtbare Person verlässt, sagt er ihnen: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“
Wer diesen Worten vertraut, hat einen etwas festeren Schritt. Wir sind selten ohne Angst; aber wichtig ist, dass unsere Zuversicht überwiegt. Weil Christus uns nahe ist, weil Menschen uns beistehen - und weil es stets „unsichtbare“ und vielleicht noch „unvorstellbare Lösungen“ geben wird.
Übergänge, vor allem die schweren, brauchen mein Vertrauen.
Und meine feste Haltung. Diese Haltung kann heißen: Ich werde den Weg tapfer gehen - mit Gottes Beistand und Hilfe.
Es grüßt Sie Pastor Rothkirch
TIP
Das Buch heißt "Luft zum Leben - Geschichten vom Übergang": Link zum Online-Kauf