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27.04.2026 Kategorie: Kantate - Kästorf

Mit Gottes Hilfe wird es gelingen

Wort zum Sonntag von Pfarrer Matthias Rothkirch

Vor drei Jahren fing es an: Werner, 61, bemerkte ein leichtes Zittern seiner Hände. Anfangs dachte er, das sei Nervosität und höre bald auf. Tat es aber nicht. Es war auch keine Nervosität, sondern eine Muskelerkrankung. Schon bald ging gar nichts mehr: Kartoffeln schälen, Kaffee ein-gießen – alles wurde zur Qual. Werner war verzweifelt, fragte hier und dort nach ärztlicher Hilfe. Doch nichts half ihm wirklich. Bis ihm jemand von einem Facharzt im Klinikum des Nachbarortes erzählte. Werner bemühte sich sofort um einen Termin. Drei Wochen später erklärte ihm der Facharzt alles genau: Die Untersuchung in der Röhre, die Strahlen ins Gehirn. Als Werner sich verabschiedete, war er guten Mutes. Der Arzt sagte noch leise: „Mit Gottes Hilfe wird es gelingen.“ 

Werner machte sich zunächst keine Gedanken darüber. 14 Tage später lag er in der Röhre. Und die Behandlung gelang! Als Werner wieder auf-recht stand und angezogen war, sollte er Kreise und Buchstaben zeichnen. Ein Wunder: Kein Zittern mehr bei ihm! Er war noch nicht gesund, aber die Heilung hatte begonnen. In sechs Wochen solle er zur Kontrolle wiederkommen, sagten die Ärzte. 
Erst als Werner zuhause war und in Ruhe nachdachte, fiel ihm wieder der Satz des Arztes bei der 1. Untersuchung ein: „Mit Gottes Hilfe wird es gelingen.“ Werner kam ins Grübeln: Bisher hatte er den Glauben nicht gebraucht. Konnte es sein, dass Gott ihm näher war als gedacht? Hatte Er den Ärzten zur Seite gestanden, während der komplizierten Strahlen-Behandlung? 
Möglich war das. Spontan formten Werners Lippen die Worte: „Falls du dich wirklich für mich interessierst: Danke für deine Hilfe, Gott!“

Foto: anoda44 auf pixabay.com